Frau Seyffardt, unlängst hielten Sie einen Workshop bei einer Weiterbildung des FLB, der Halbjahrestagung der brandenburgischen Spitzenschiedsrichter, in Kienbaum ab. Bei den Referees scheinen Sie sich wohl zu fühlen…

… die Schiedsrichter mit mir offenbar auch. Heinz Rothe, der Schiedsrichterobmann, sagte mir nach der Weiterbildung, dass viele Teilnehmer bei solchen Veranstaltungen oft an ihrem Handy spielen. In meinem Workshop waren alle ganz Ohr, das zeigt wohl, dass ich sie mit dem Inhalt des Workshops und der anschließenden Meditation begeistern konnte.

Das ist ein gutes Zeichen, was offenbar auch in unsere Zeit passt, in der Experten wie Sie mehr und mehr nachgefragt werden.

Dies nehme ich ebenfalls wahr. Das Leben der Sportler wird immer hektischer, die Anforderungen im Sport und Berufsleben nehmen weiter zu und viele fragen sich, wie sie damit zurechtkommen sollen. Wie sie dem Leistungsdruck standhalten, wie sie Ängsten wirksam begegnen können. Sport Mental Coaching ist der Schlüssel, um Spitzenleistung abrufen zu können, Selbstbewusstsein weiter aufzubauen, seine persönlichen Ziele zu erreichen und letztlich entspannter zu sein.

Sie selbst haben sich in den vergangenen Monaten neu positioniert und Ihren Fokus eindeutig auf die Betreuung von Leistungssportlern gelegt. Wie definieren Sie Ihre Mission als Sport Mental Coach?

Ich biete den Sportlern die Zeit und den Raum auf meiner neuen E-Learning Plattform, ihren Leistungsstress abfließen zu lassen und die Konzentrationsfähigkeit zu stärken, ihre Potenziale zu entfalten und letztlich in ihrem Sport erfolgreich zu sein. Hierzu arbeite ich mit effektiven Sportmental-Techniken, die im persönlichen Coaching auf jeden einzelnen Sportler individuell zugeschnitten sind, und habe neuerdings auch Online-Tools im Angebot, die jeder selbstständig angehen kann, wann und wo er mag!

… was ein Blick auf Ihre neu gestaltete Homepage verrät…

Ja, ich freue mich sehr, die neue Webseite (www.seyffardt.de, d. Red.) am Start zu haben. Ich bekomme sehr positive Reaktionen. Der kostenlose Sieben-Tage-Minikurs wird als Einstieg in das Thema sehr gut angenommen und er ist der Auftakt zu meinem 20-Tage-Videokurs, in welchem die Sportler intensiver an der Stärkung ihrer mentalen Fähigkeiten arbeiten.

Möchten Sie uns Referenzen nennen?

Meine Arbeit ist vertraulich, ich kann nur Sportler nennen, die auch wirklich damit einverstanden sind. Unter anderem gehören zu meinen aktuellen Klienten der Extremsportler Sven Ugau, die Stabhochspringerin Anjuli Knäsche und die Flossenschwimmerin Anika Hasse. Schaut gern auf meiner Webseite vorbei, dort kann man auch Interviews mit den jeweiligen Sportlern sehen.

Den Fußball werden Sie in Zukunft sicher auch im Blick behalten, oder…?

Ja, natürlich. Neben den Schiedsrichtern im FLB würde ich gern auch Fußballmannschaften betreuen, vielleicht auch in Kooperation innerhalb bestehender Systeme von Psychologen oder anderen Experten. Dies kann mitunter besonders abwechslungsreich für die Spieler sein, so lernen sie eine andere Methode kennen und erleben einen anderen Coach, das bringt auch „neuen Wind“ in den Alltag der Sportler.

Die Frage, ob Sie auch mit der neuen Geschäftsführerin des FLB eine gute Zusammenarbeit anstreben, dürfte sich beinahe erübrigen…

Ich freue mich sehr, dass der Verband mit Anne Engel eine engagierte, fußballbegeisterte Frau in diese verantwortungsvolle Position berufen hat und ich wünsche ihr für diese Aufgabe ganz viel Erfolg und Weitblick. Ich möchte auch Michael Hillmann danken, der mir gemeinsam mit dem Ehrenamtsbeauftragten Dieter Dünnbier und dem Verbandskoordinator Christian Löhr die Tür zum Landesverband geöffnet hat. Er hat sein Amt mit sehr viel Hingabe ausgeübt und einen großen Beitrag zur Vermittlung von menschlichen Werten im Fußball geleistet.

Interview: Silke Wentingmann-Kovarik

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